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Wissenswertes
Musikalische Sprachförderung

Mit musikalischer Sprachförderung sollen positive Sprachlerneffekte bei Kindern ausgelöst werden, denn die Sprache und Musik sind eng miteinander verbunden. Zwischen musikalischer und sprachlicher Entwicklung bestehen enge Beziehungen. Daher kann Musik unterstützend bei Kindern mit Sprachschwierigkeiten eingesetzt werden. Kinder ab dem 1. bis ca. Ende des 6. Lebensjahres können besonders von der musikalischen Sprachförderung, welche immer als Einheit von Sprache, Musik und Bewegung konzipiert wird, profitieren.

Schon ab dem 1. Lebensjahr wird Musik, oft auch unbewusst, in Form von Wiegenliedern oder anderen Liedern in bestimmten sozialen Situationen, z.B. beim Wickeln, beim Schlafliedsingen u. Ä. erlebt. Das Singen wird hier durch die Kommunikation schon vor dem Erlernen einer Sprache in eine soziale Situation einbezogen. Babys lernen dabei die Melodie und Tonfall (Baby-Talk) und können die Bedeutung einer sozialen Situation verstehen, ohne dass sie schon wirklich sprechen können. Nach dem 6. Lebensjahr gelten die Sprachentwicklung und der grundlegende Spracherwerb der Muttersprache als weitgehend „abgeschlossen“. Das Singen fördert aber auch danach, zum Beispiel durch die Ausbildung der Stimme (Stimmbildung), noch die Sprache. Denn genau wie in der Musik, setzt man in kommunikativen Situationen immer einen bestimmten Tonfall, eine Tonhöhe und Lautstärke ein, um eine Sprachabsicht zu erreichen.

Musikalische Sprachförderung
Welche Parallelen gibt es zwischen Sprache und Musik?

Zwischen Musik und Sprache gibt es viele Parallelen. Genau wie beim Sprechen gibt es in der Musik bestimmte Merkmale, die sich auf die klanglich wahrnehmbare Seite beziehen. In der Sprache nennt man diese „prosodische Sprachmerkmale“. Diese sind zum Beispiel Tonhöhe, Tempo, Rhythmus, Pausierungen, Betonung und die Klangfarbe. Genau diese Merkmale sind auch in der Musik zu finden. Auch die akustische Differenzierung von Klängen muss von Kindern sowohl in der Sprache, als auch in der Musik gelernt werden. Wenn Kinder anfangen sprechen zu lernen, müssen sie unterscheiden, ob es „ba“ oder „da“ heißt. Auch in der Musik müssen sie Tonhöhen, Längen und Klänge differenzieren bzw. als „gleich“ oder „ungleich“ erkennen können. Diese Fähigkeit, akustisch differenzieren zu können, ist besonders in der Sprachentwicklung und später für das Lesen- und Schreibenlernen nötig und kann durch Musik unterstützt werden.

Wann ist eine musikalische Sprachförderung besonders sinnvoll?

Zunächst sind Eltern gut beraten, wenn sie ihre Kinder zur musikalischen Früherziehung schicken. Als spezielles Förderprogramm macht es am meisten Sinn, wenn Kinder der Klassen 1-3 mit Musik gefördert werden, denn dann lernen sie am besten durch musikalische Betätigung bzw. durch das Singen auf implizite (beiläufige) Weise die Sprache. Für Kinder, bei denen weiterhin Förderbedarf besteht, sollte eine explizite Förderung stattfinden. Die Musik kann dabei nur noch unterstützend wirken.

Was ist der Unterschied zu einer Sprach- bzw. Musiktherapie?

Eine Therapie setzt bei Sprachstörungen, wie zum Beispiel Stottern oder Lispeln, und nicht bei Sprachentwicklungsverzögerungen an, die prinzipiell als aufholbar gelten. Bei Sprachstörungen müssen logopädische Maßnahmen ergriffen werden, welche speziell auf den Einzelfall abgestimmt sind. In der Sprachtherapie wird aber auch zum Teil mit Musik gearbeitet. Die Therapie versucht also Sprachstörungen auszugleichen, wohingegen die Sprachförderung schon prophylaktisch eingesetzt werden kann, bevor überhaupt Störungen eintreten können.

Wie wird die musikalische Sprachförderung in die Entwicklung der Kinder integriert?

Ein spezielles Programm für die musikalische Sprachförderung gibt es nicht. Je nachdem in welchem Rahmen die musikalische Sprachförderung angeboten wird – das kann zum Beispiel an Grund- oder Musikschulen sein, gibt es sprachlich speziell ausgebildete Musikpädagoginnen, welche eine sprach-, musik- und bewegungsorientierte Förderung in kleinen Gruppen durchführen. Wichtig dabei ist, dass die Kinder, was das Alter und den Sprachstand angeht, auf etwa demselben Stand sind. Die Förderung richtet sich aber nicht nur an Kinder mit bereits diagnostiziertem Sprachförderbedarf, sondern kann auch als vorbeugende Maßnahme ergriffen werden.

In Schulen zum Beispiel kann die Musik in fast jedem Fach integriert werden. Besonders bietet sich natürlich der Deutschunterricht an, in dem bestimmte Themen musik- und sprachbezogen aufbereitet werden können. Aber auch im Sach- oder sogar Matheunterricht kann Musik zur Förderung der Sprachentwicklung eingesetzt werden.

Musikinstrumente für Kinder
Welche Wirkungen werden mit der Sprachförderung erzielt?

Besonders der Bereich der phonologischen Bewusstheit, also der Umgang mit Lauten, Silben und Reimen, kann mit Musik erfolgreich trainiert werden. Dieser ist besonders wichtig, um Lesen und Schreiben zu lernen. Auch der Wortschatz kann mit Musik gefördert werden: Wörter werden durch Rhythmus und Reim beim Singen schneller gelernt und besser im Kopf behalten. Auch die Emotion, die Motivation und auch Anstrengungsbereitschaft wird durch Musik besonders gestärkt; dies sind sehr wichtige Fähigkeiten für das Lernen allgemein – nicht nur für das Sprachlernen.

Auch die weitere Förderung der Kinder ist besonders wichtig. Instrumentalunterricht kann dabei helfen ein besseres Gefühl für die Sprache aufzubauen, denn Musik und Sprache werden teils in denselben Gehirnregionen verarbeitet. Wenn man z.B. Rhythmusübungen macht, wird dadurch auch die Fähigkeit des Sprachrhythmus trainiert. Diesen Effekt nennt man „Transfereffekt“. Daher wäre es sinnvoll, wenn man Kindern auch im späteren Alter den Instrumentalunterricht ermöglichen kann.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, dass Kinder an solch einem Angebot teilnehmen können?

Voraussetzungen gibt es nicht. Musik kann alle Kinder einschließen, egal, welchen Sprachstand sie haben. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder in einer Gruppe nicht allzu weit auseinander liegen. Denn Fortgeschrittene kann man nicht sinnvoll mit Kindern, die kein Wort Deutsch können, sprachlich innerhalb derselben Gruppe fördern. Auch muss das Angebot an die tatsächlichen Sprachprobleme angepasst werden. Wenn die Kinder Grammatikprobleme haben, gilt es, herauszufinden, welche, und das Förderangebot daran auszurichten. Die Förderkräfte müssen also auch immer sprachdiagnostische Fähigkeiten haben oder Informationen über die Sprachprobleme der Kinder bekommen (z. B. von Sonderpädagogen, Ärzten, Eltern).

Wenn es in Ihrem Umkreis das Angebot der musikalischen Früherziehung gibt oder Musikkurse für Kinder angeboten werden, sollten Sie den Kindern die Möglichkeit geben, sich mit Musik intensiv auseinanderzusetzen. Besonders für die ganzheitliche Entwicklung spielt die Musik eine große und wichtige Rolle. Auch für Kinder mit Sprachentwicklungsschwierigkeiten ist die musikalische Sprachförderung besonders hilfreich.

Natürlich müssen Sie als Eltern darauf achten, dass sich die Kinder wohl fühlen. Es geht auch nicht darum, die Kinder zu perfekten Musikern auszubilden oder gar zu zwingen ein Instrument zu lernen, sondern es geht lediglich um das erste Heranführen an die Musik und die Förderung in der gesamten Entwicklung. Es sollte in erster Linie Spaß machen!

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