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Mutter-Kind-Kur – wichtige Infos & nützliche Tipps

Mutter-Kind-Kur – wichtige Infos & nützliche Tipps

Der Spagat zwischen Familie, Haushalt und Beruf sowie individuelle Familienprobleme und Konstellationen machen es im Alltag manchmal unmöglich, dass sich Mütter um die eigene Gesundheit und eine ausgeglichene Psyche kümmern können. Wenn der Balanceakt zwischen den Anforderungen des Alltags und zusätzlichen Problemen durch Sorgen oder Krankheiten nicht mehr gelingt, wird es Zeit, über eine Mutter-Kind-Kur nachzudenken. Alle Eltern – ob berufstätig oder nicht – haben einen Anspruch auf eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur. Eine solche Kur kann alle 4 Jahre beantragt werden. Bei chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sind Mutter-Kind-Kuren sogar alle 2 Jahre möglich.

Der Kurantrag: Krankenkasse und ärztliches Attest

Der erste Schritt ist immer die Beantragung der Kur bei der jeweils zuständigen Krankenkasse. Am besten rufen Mütter direkt bei ihrer Krankenkasse an und sprechen mit einem Sachbearbeiter. Dieser kann dann Auskunft über die weiteren notwendigen Schritte geben und schickt ggf. erste Unterlagen per Post zu.

Manchmal verweisen KK auch an den Rententräger und lehnen den Kurantrag ab, weil sie wegen Wiederherstellung der Arbeitskraft bei berufstätigen Müttern nicht zuständig sind. Das stimmt jedoch in den wenigsten Fällen und sollte einen Widerspruch nach sich ziehen. Bei Mutter-Kind-Kuren liegt der Belastungsschwerpunkt fast immer im familiären und nicht im beruflichen Umfeld!

In Verbindung mit dem Kurantrag bei der Krankenkasse ist das Erstellen eines ärztlichen Attests vom Hausarzt (oder Frauenarzt) unerlässlich. Alle Personen, die zur Mutter-Kind-Kur fahren und dort behandelt werden sollen, benötigen ein gesondertes ärztliches Attest. D.h. für mitreisende Kinder wird vom Kinderarzt ein Attest ausgestellt. Dabei wird vom Arzt alles protokolliert, was seiner Ansicht nach einen Kuraufenthalt notwendig macht. Das sind u.a. körperliche/gesundheitliche Probleme, wiederkehrende Infekte, chronische Erkrankungen, aber auch psychische Belastungsfaktoren wie Ängste, Depressionen, hohe Belastungen durch kranke Kinder oder bei alleinerziehenden Müttern, finanzielle Sorgen, Tod oder Trennung von Angehörigen.

Sinnvoll ist zugleich das Ausfüllen eines Selbstauskunftsbogens, den man bei der Krankenkasse erhält oder auch einfach als formloses Schreiben beifügen kann. Hier haben die Mütter selbst die Gelegenheit, ihre Gesamtsituation schriftlich darzulegen.

Beratungsstellen helfen beim Kurantrag

Ratgeberbild Hilfe Mutter-Kind-Kur

Beratungsstellen helfen Müttern durch den bürokratischen Dschungel der Antragstellung

Beratungsstellen für die Mutter-Kind-Kur gibt es sowohl online als auch wohnortnah in fast jeder größeren Stadt. Die Beratung erfolgt immer unverbindlich und kostenlos. Auch wenn eine Online-Beratung verlockend ist, empfiehlt sich der direkte Kontakt und die individuelle Beratung in einer niedergelassenen Beratungsstelle. Dort können viel einfacher und direkt persönliche Fragen und Belange geklärt werden. Beratung bietet u.a. der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Müttergenesungswerk, die Caritas oder die AWO. Jeder dieser Träger hat auch sein eigenes Klinik-Angebot in petto. In einem niedergelassenen SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) oder dem Mutter-Kind-Hilfswerk werden auch unabhängige Beratungen angeboten.

Die Suche nach der passenden Kureinrichtung

Bei den Beratungsstellen erhalten Mütter Hilfe, wie der Kurantrag für die Mutter-Kind-Kur auszufüllen ist. Zudem machen sich Beratungsstellen gemeinsam mit der Mutter auch auf die Suche nach einer geeigneten Kureinrichtung. Die Wunscheinrichtung muss von den Krankenkassen bei der Auswahl berücksichtig werden. Jedoch ist es nicht immer möglich, zum gewünschten Zeitpunkt dort auch einen Platz zu bekommen.

Collage Mutter-Kind-Kur Natur

Mutter-Kind-Kur am Meer oder in den Bergen? Die Wunschklinik sollte zum Krankheitsbild passen

Die Wahl der Kurkliniken variiert nämlich mit der Art und Schwere der Erkrankungen sowie den Bedürfnissen jedes einzelnen Kur-Patienten. So gibt es beispielsweise Kliniken, die ihren Standort extra ans Meer oder in die Berge verlagert haben (z.B. Ost- und Nordsee, Bayern) und sich dadurch besonders gut für Atemwegserkrankungen (Asthma) oder bei Hautproblemen (Neurodermitis, Schuppenflechte) eignen. Bei chronischen Krankheiten oder Behinderungen gibt es Kliniken, die sich auf die Art der Krankheit oder das Syndrom spezialisiert haben. Es gibt Schwerpunktkuren zu verschiedenen Themen, wie z.B. Trennung/Tod, Familien mit Mehrlingsgeburten, behinderte Kinder, Asthma/Allergien oder Hautkrankheiten, ADS, Alleinerziehende, Adipositas oder Burn Out/Depression. Diese Schwerpunktkuren sind in der Regel jedoch sehr gefragt und haben eine begrenzte Platzkapazität. Deshalb sollte man sich möglichst nicht auf eine Klinik versteifen, sondern auch andere in Betracht ziehen, die eventuell weiter weg sind. Oftmals ist eine weite räumliche Distanz sogar sinnvoll, um den erholsamen Effekt der Mutter-Kind-Kur noch zu erhöhen.

Psychosoziale Belastungen 2016 Statistik

Die häufigsten psychischen und sozialen Gründe für eine Mutter-Kind-Kur

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Krankheitsbilder der Mütter in Mutter-Kind-Kuren

Bewilligt oder abgelehnt?

Die Wartezeit für einen Kurantrag beträgt einige Wochen bis Monate. Je nachdem, ob die Krankenkasse den Antrag bewilligt hat oder nicht, kann es anschließend sinnvoll und notwendig sein, in Revision zu gehen und ein Widerspruchsverfahren in die Wege zu leiten. Auch hier sind Beratungsstellen eine gute Anlaufstelle.

Von einer Absage sollte man sich nie einschüchtern lassen. Viele Krankenkassen rechnen mit Widersprüchen und bewilligen eine Kur erst im zweiten oder dritten Anlauf!

Die Kosten für die Mutter-Kind-Kur für alle mitreisenden Personen werden von der Krankenkasse getragen. Es ist jedoch ein Eigenanteil von 10 Euro pro Kalendertag zu zahlen. Die Höchstkosten belaufen sich auf 280 Euro im Jahr. Je nach finanzieller Lage kann dieser jedoch übernommen werden, falls der Anteil des Bruttoeinkommens 2 Prozent übersteigt. Dafür ist ein Antrag auf Befreiung der Zuzahlung bei der Krankenkasse zu stellen. In besonders bedürftigen Fällen besteht die Möglichkeit, eine medizinisch notwendige Kur auch zum Teil oder ganz über Stiftungen zu finanzieren. Dafür gibt es in Deutschland verschiedene Stiftungseinrichtungen (z.B. die Elly-Heuss Knapp Stiftung), an die sich interessierte Mütter wenden können. Bei Privatversicherten ohne Zusatzversicherung tragen Mütter die Kosten für sich und das Kind selbst. Nur bei entsprechender Zusatzversicherung und wenn Kind und Mutter behandlungsbedürftig sind, können die Kosten von privaten Versicherer bei Vorliegen eines Attests übernommen werden.

Wenn die Mütter berufstätig sind und im Angestelltenverhältnis tätig, sollten sie ihren Arbeitgeber möglichst bald nach Kenntnis über den Zeitpunkt des Kurantritts informieren. Da es sich um eine medizinisch notwendige Maßnahme handelt, darf der Arbeitgeber die Freistellung von der Arbeit für den Kuraufenthalt nicht verweigern. Während der meist 3 bis 4-wöchigen Kur haben Arbeitnehmerinnen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Für die Kur muss kein gesonderter Urlaub eingereicht werden.

Kinder in der Mutter-Kind-Kur

Jüngere Kinder können die Mutter problemlos auch ohne Vorliegen eines eigenen Attests bei der Kur begleiten, bekommen dann jedoch keine separaten Anwendungen. Damit die Mütter ihre Kur genießen können, bieten die Einrichtungen tagsüber für kleine Kinder einen betreuten Kindergartenbereich. Schulpflichtige Kinder werden für die Dauer des Aufenthaltes von der Schule befreit. In der Kur gibt es spezielle Hausaufgabengruppen und Schulunterricht, damit die Kinder nach der mehrwöchigen Pause den Anschluss nicht verlieren. Idealerweise sollte dafür vor Kurantritt mit dem Klassenlehrer Kontakt aufgenommen werden. Dieser kann Kind und Mutter darüber informieren, welcher Stoff in den nächsten Wochen durchgenommen wird und dem Kind Arbeitsblätter mit in die Kur geben.

Mutter-Kind-Kur Kinderbilder

Spiel, Spaß & Erholung: Für Kinder ist in der Mutter-Kind-Kur bestens gesorgt

Wenn ein Kind ohne Behandlungsbedarf die Mutter nicht zur Kur begleiten will oder kann, dann ist es möglich, von der Krankenkasse eine ambulante Familienpflege in Anspruch zu nehmen. Diese übernimmt zuhause vor Ort die Arbeiten im Haushalt, geht Einkaufen oder kümmert sich um die Kinder, wenn die Mutter aus gesundheitlichen Gründen eine Kur in Anspruch nimmt.

Was einpacken? Wie hinkommen?

Es ist möglich, die Reisekosten sowohl für die Hin- als auch die Rückfahrt von der Krankenkasse bis zu einer bestimmten Höhe übernehmen zu lassen. Falls kein eigenes Auto vorhanden ist, kann die Anreise mit der Bahn eine sehr entspannte Möglichkeit sein, um die Kureinrichtung zu erreichen. Alle Belege, ob es sich um Zugtickets, Tank-Quittungen o.ä. handelt, sollten aufbewahrt und nach der Kur bei der Krankenkasse eingereicht werden.

Bei Bahnfahrten besteht die Möglichkeit, gegen einen relativ geringen Kostenbeitrag den Reisekoffer der Kids sowie die eigenen Gepäckstücke vorweg schicken zu lassen. Dadurch müssen die schweren Koffer nicht mitgeschleppt werden und vor Ort warten bereits die Reisetaschen in der Kurklinik am Tag der Ankunft.

Da alle Kurkliniken über Waschmaschinen und Trockner verfügen (gegen ein geringes Entgelt), muss man keine gigantischen Klamottenberge für mehrere Wochen einpacken. Da während eines Kuraufenthaltes das gesundheitliche Wohl und die Entspannung im Vordergrund stehen, können auch schicke Abendkleider und unbequeme Business-Mode getrost zuhause im Schrank bleiben. Vielmehr sollte man darauf achten, genügend Sportkleidung für das Kind und die Mama, Badesachen und praktisches Schuhwerk einzupacken. Da man sich bei einer Kur auch viel im Freien aufhält, darf atmungsaktive Regenkleidung zudem nicht fehlen.

Sport in der Mutter-Kind-Kur

Statt Büro- und Alltagskleidung steht das Sport-Outfit bei dem Kuraufenthalt auf der Tagesordnung

Sollte man trotz aller Vorkehrungen etwas Wichtiges zuhause vergessen haben, ist das nicht schlimm. In der Kur haben viele Mütter seit langem mal wieder Zeit für sich – und zum Shoppen gehen. Sicherlich gibt es auch unweit von Ihrer Kureinrichtung das eine oder andere Geschäft, in dem das Einkaufen der benötigten Dinge vielleicht sogar Freude macht.

Kuraufenthalte bieten sich an, um neue Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen. Sind kleinere Kinder bei der Kur anwesend, ist es sinnvoll, ein Babyphone mitzunehmen. So kann man abends noch mal kurz mit anderen im Gemeinschaftsraum plaudern, während das Kind schon schläft. Eine Kur dient aber auch dazu, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Es ist deshalb ratsam, eventuell an einen MP3-Player, ein gutes Buch oder Schreibutensilien zu denken – für die vielen langen Abende allein auf dem Zimmer.

Kur-Erfolg und Erholung

Nach der Mutter-Kind-Kur hält der Kurerfolg im Idealfall eine Weile an. Die Eltern und Kinder haben durch Therapien, Entspannungstechniken und Sport einige Werkzeuge an die Hand bekommen, um besser mit den Anforderungen im Alltag umgehen zu können. Zudem kann in der Kur durch psychotherapeutische Gespräche oft ein Überdenken der eigenen Struktur angeregt werden.

Mutter-Kind-Kur Steine in Balance

Wieder im Gleichgewicht: Ein Kuraufenthalt kann helfen, damit Mütter dem Alltag wieder gewachsen sind

Durch Nachsorge und das Beibehalten der neuerlernten Techniken wird nach der Kur ein dauerhafter Erfolg für ein Familienleben in Balance angestrebt. Krankenkassen bieten viele Kurse an, die Entspannung, Muskelaufbau o.ä. zum Ziel haben. Diese Kurse werden sogar mit Geldern gefördert, sodass man oft nur einen geringen Eigenbetrag bezahlen muss. Es gibt auch spezielle Mutter-Kind-Kurse, bei denen das Kind entweder mitmachen kann oder in der Zeit betreut wird. Es lohnt sich also, bis zum nächsten Kurantritt am Ball zu bleiben!

 

15. February 2018 | Teilen