Sprachentwicklung & erste Worte

von: MutterKutter MutterKutter

Die ersten Laute unserer Babys - sie sind so unfassbar süß. Mit ein paar Monaten brabbelt unser Kleines dann ganze Geschichten! Wahnsinn! Aber: Wie können wir die Sprachentwicklung unserer Babys fördern? Was sind die ersten Worte und Geräusche? Und woran erkennen wir, dass unser Kind in der Sprachentwicklung „zurück hängt“? Antworten geben wir Ihnen in unserem neuen Magazin-Artikel.

Sprachentwicklung und erste Worte: Wie können wir die Sprachentwicklung unserer Babys fördern?

Es ist doch ein Wunder, dass die Sprachentwicklung bei allen Babys und Kindern gleich ist. Egal, welche Sprache sie lernen. Fakt ist, dass es wichtig ist, viel mit den Kindern zu kommunizieren. In Kanada werden schon in der Geburtsklinik Mützen verteilt, auf denen der Satz: „Read with me“ an die stetige Kommunikation mit dem Baby erinnern soll. Denn schon ab ungefähr Mitte der Schwangerschaft ist das Hörvermögen des Fötus so ausgeprägt, dass es die Stimmen der Eltern hören und nach der Geburt wiedererkennen kann. Intonation, Laute und auch den Rhythmus der Sprache erlernt das Baby also tatsächlich schon vor der Geburt. Herausgefunden hat man das mit Hilfe von „Saugtests“. Immer dann, wenn dem Baby etwas bekannt vorkommt, erhöht sich nämlich dessen Saughäufigkeit. Als Hebamme sage ich meinen Schwangeren immer, dass die Kommunikation mit dem Baby doch schon genau jetzt beginnt. Für mich ist schon das Einreiben des Bauches mit Schwangerschaftsöl pure Kommunikation mit dem Kind. Denn selbst wenn das Ungeborene in diesem innigen Moment keine Worte von seiner Mama hört, weil die Schwangere in die Massage versunken ist, ist das ja quasi eine non-verbale Liebeserklärung.

Bauchmassage, Singen, Spieluhr: drei Bausteine für die Sprachentwicklung schon in der Schwangerschaft

Aber auch Lieder, die dem Baby im Bauch vorgesungen werden oder die Spieluhr, die auf den schwangeren Bauch gelegt wird, sind schon erste kleine Bausteine in Richtung Sprachentwicklung. Warum? Weil das Hören auch zum Sprechen gehört. Das Baby lernt so die Stimmen - und ihre Variationen - seiner Eltern kennen. Stimmen, die für das Baby irre wichtig sind und die es als beruhigend empfindet. Und spätestens mit dem ersten „richtigen“ Kennenlernen im Kreißsaal nach der Geburt wird klar, dass das Neugeborene seine Eltern an der Stimme erkennt. Wie? Indem es das Köpfchen in seine Richtung bewegt. Was für ein berührender Moment!

Im Interview: Sprachtherapeutin Patricia Pomnitz

Aber: Was sind denn eigentlich so typische Babylaute und Geräusche? Wie können wir die Sprachentwicklung fördern? Und woran erkennen wir, dass unser Kind in der Sprachentwicklung „zurück hängt“? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt uns jetzt Patricia Pomnitz. Patricia ist akademische Sprachtherapeutin, Therapiewissenschaftlerin, diplomierte Legasthenie-Therapeutin und Mama einer Tochter. Neben ihrer Arbeit in der eigenen Praxis bekommen Eltern und Fachkräfte auf ihrer Onlineplattform „Sprachgold“ fundiertes Wissen und Hilfe rund um die Themen Sprachentwicklung, Sprachstörungen und Sprachförderung. Dazu versorgt Patricia auf Instagram monatlich über 41.000 Mütter und Väter mit wertvollen Tipps und Anregungen. Wir freuen uns, dass sie wir sie nun schon zum zweiten Mal für das Magazin von tausendkind interviewen dürfen.

akademische Sprachtherapeutin und Therapiewissenschaftlerin Patricia Pomnitz (© Sprachgold)


Sprachentwicklung: „Die erste Lautäußerung ist der Neugeborenen-Schrei.“

Liebe Patricia, ab wann können Eltern damit rechnen, dass ihr Baby ihnen etwas “zu sagen“ hat?

Die erste Lautäußerung ist der Neugeborenen-Schrei. Und das Schreien bleibt für einige Monate das stärkste Ausdrucksmittel, mit dem sich das Kind „zu Wort meldet“. Ab dem 2. – 3. Lebensmonat beginnt das Baby einzelne Laute zu produzieren, wobei meistens Laute wie „ä“ oder Gurrlaute (Laute, die hinten im Rachen gebildet werden) oder /h/ verwendet werden. Ab dem 6. Lebensmonat beginnen die Babys zu lallen. Sie hören sich und ihrem Gegenüber zu und imitieren, was sie hören. So entstehen Lallketten, z.B. “dedede” oder “babada”. Dieses sog. kanonische Lallen ist ein wichtiger Meilenstein der Sprachentwicklung. Das Baby übt die Laute und Lautkombinationen sowie die Sprachmelodie seiner Muttersprache. Zwischen zehn und 14 Monaten sprechen dann die meisten Kinder ihre ersten Wörter.

Was sind denn überhaupt die ersten Babyworte und Geräusche? Was sagen sie uns?

Kinder verwenden für ihre ersten Wörter Laute, die leicht zu bilden sind und die sie während des Lallens bereits geübt haben. Das sind Laute, die mit den Lippen gebildet werden, z.B. /m, p/, die optisch vom Gegenüber gut abzugucken sind und die deutliche Kontraste bilden, wie z.B. der offene Mund bei /a/. Und natürlich spielen die Bindung und der Alltag eine große Rolle. Kein Wunder also, dass „Mama, Papa“ und Dinge bzw. Handlungen aus der unmittelbaren Umgebung als erstes benannt werden. Geräusche und Lautmalereien wie “wauwau, brum-brum, gaga, heija, aua” etc. sind wichtige erste Wörter.

„Sie sollten nie von ihrem Kind verlangen, dass es ein bestimmtes Wort nachspricht.“

Was kann man tun, um die sprachliche Entwicklung des Babys/Kleinkindes zu fördern?

Sprechen lernt man, indem man miteinander spricht: Es geht also darum, im Alltag möglichst viel in den Dialog mit dem Kind zu kommen. Dafür braucht man keine besonderen Materialien, sondern jede gemeinsame Situation im Alltag kann zum Sprechenlernen genutzt werden; das Wickeln, miteinander essen, einkaufen, baden, Bücher anschauen, spielen etc. . Die Kleinen lernen über Beobachtung und Nachahmung. Eltern sollten Freunde beim Sprechen vermitteln, geduldig zuhören, interessiert nachfragen und das Kind zum Erzählen ermutigen. Sie sollten nie von ihrem Kind verlangen, dass es ein bestimmtes Wort nachspricht, denn unter Druck lernt es sich schlechter. Wichtig ist auch, nicht zu unterbrechen oder für fehlerhaftes Sprechen zu tadeln; das nimmt Sprechfreude und hat Einfluss auf das Selbstbild des Kindes.

Inwiefern ist Vorlesen und Vorsingen wichtig?

Musikalische Angebote unterstützen die Sprachentwicklung, da sie Verknüpfungen im Gehirn erzeugen und den Sprachrhythmus fördern. Insofern sind Lieder, Reime, Fingerspiele, Kniereiter und Abzählreime sehr sprachfördernd.

„Vorlesen hat sich als unglaublich förderlich für die Sprache, die Kognition und die sozial-emotionale Entwicklung herausgestellt.“

Vorlesen bzw. Bücher anschauen stärkt die Bindung, fördert die Konzentration sowie Merkfähigkeit und regt die Fantasie und Vorstellungskraft an. Je früher man vorliest, desto früher weckt man das Interesse am späteren Lesen. Und Lesen bildet, wie man so schön sagt; es erweitert das Weltwissen und damit den Wortschatz und die Grammatik. Das Vorlesen bietet den Kindern also viele Möglichkeiten, um die Sprache zu lernen - wenn es richtig gemacht wird. Bei der Auswahl des Buches sollten Eltern berücksichtigen, wie weit das Kind in der Sprachentwicklung ist. Statt klassisch jedes Wort vorzulesen, hat sich das dialogische Vorlesen als unglaublich förderlich für die Sprache, die Kognition und die sozial-emotionale Entwicklung herausgestellt. Wie das geht, können Eltern in dem Sprachgold-Videokurs „Lies mit mir!“ lernen.

Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung - das ist wahrscheinlich das A und O, oder?

Ja, Wiederholung ist ein wichtiges Lernprinzip! Kinder fordern sie oft ein, indem sie immer wieder auf etwas zeigen oder ein Wort selbst mehrfach wiederholt versuchen zu sprechen. Auch bei anderen Handlungen kann man das beobachten; es wird so lange wiederholt, bis es klappt!

„Eine Sprachverzögerung sollte immer abgeklärt werden.“

Woran merken Eltern, dass ihr Kind mit der Sprachentwicklung zurück hängt? An was könnte es liegen? Empfiehlst du dann auch relativ schnell einen Hörtest?

Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ihr Kind mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter spricht und stattdessen auf Dinge zeigt. Auch wenn es insgesamt nur wenig Interesse an Kommunikation zeigt, im Vorschulalter einen geringen Wortschatz hat, grammatische Fehler oder Aussprachefehler zeigt, die bei anderen Kindern nicht oder nicht mehr auftreten. Fälschlicherweise wird den Kleinen häufig „Sprachfaulheit“ unterstellt und den Eltern zum Abwarten geraten. Das ist der falsche Weg. Eine Sprachverzögerung sollte immer abgeklärt werden, denn sie wächst nicht einfach aus. Kinder unter drei Jahren sind relativ häufig von Mittelohrentzündungen betroffen, die auch die Sprachentwicklung beeinflussen können. Daher sollte das Hörvermögen immer untersucht werden. Aber auch Dinge wie das Verständnis für Sprache, die allgemeine Entwicklung oder das (Spiel)verhalten. Meist kann gar keine konkrete Ursache festgestellt werden, denn die meisten Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) sind körperlich und geistig altersentsprechend entwickelt und verstehen sehr gut. Es wird eine genetische Komponente angenommen, denn in der Familie gibt es oft Personen, die auch spät angefangen haben zu sprechen oder andere Sprachprobleme oder Lese-Rechtschreibschwierigkeiten zeigen.

„Die motorische Entwicklung pusht die Sprachentwicklung.“

Was ist dran an dem Satz: Gleichzeitige motorische und sprachliche Entwicklung sind schwierig! Entweder Quatschen oder Krabbeln!

Das stimmt so nicht ganz und eine verzögerte Sprachentwicklung sollte nicht legitimiert werden mit dem Satz: „Er oder sie ist halt gerade mit dem Laufen beschäftigt“. Aber die motorische Entwicklung pusht die Sprachentwicklung. So verbessert beispielsweise das selbständige Sitzen die Sprachlern-Möglichkeiten, denn wenn Babys anfangen zu sitzen, sehen sie die Welt aus einem neuen Blickwinkel. Sie haben jetzt eine bessere Sicht auf die Menschen und die Umwelt! Beim Sitzen können sie nach Gegenständen greifen und diese erkunden. Wenn sie dies tun, beginnen sie die Informationen über die Gegenstände, die sie berühren, zu kategorisieren. Sie bemerken Formen, Texturen, Größen und mehr! Freie Hände ermöglichen wichtige vorsprachliche Fertigkeiten, wie z.B. das Gestikulieren. Das Sitzen ermöglicht auch tiefere Atemzüge und bringt den Mund in eine weiter nach vorne gerichtete Position, wodurch die Bildung von Sprachlauten erleichtert wird! Und nicht zu vergessen: Mit dem Sitzen beginnt meist auch das Essen; was wiederum die Mundmotorik schult! Schau dir dazu auch dieses Reel an.

Mein Tipp: Stoffbilderbücher für Babys!

Wissen Sie, was ich super finde? Diese Stoffbilderbücher für Babys. Mein Rat: Lassen Sie sich eins schenken, wenn jemand fragt oder kaufen Sie eins, wenn ihr Baby so weit ist, dass es die Welt erkundet. Warum? Weil ich glaube, dass diese kleinen süßen Bücher eine Art „Erstkontakt“ zur Welt der guten Geschichten sind. Natürlich wird da nun nicht die ganze Weihnachtsgeschichte erzählt, aber …. auch kleine Seiten zum Fühlen, Staunen und Betrachten sind für unsere Kleinsten ja schon eine Art Eintrittstor in die Phantasie. Wir können uns gemeinsam mit unserem Baby ein Stoffbuch anschauen, dabei kuscheln und diese “mini-Geschichte” erfühlen. Das ist nicht nur wertvolle Zeit zu zweit, das ist auch eine kleine Auszeit vom Alltag. Das Stoffbuch knistert, fühlt sich gut oder interessant an - und manchmal ist da ja auch noch so ein kleiner Spiegel drin, in dem sich das Baby selbst bestaunen kann. Wir hören freudiges Glucksen, Gebrabbel oder ein erstauntes „Ohhhh!“. Momente, in denen unser Baby spricht. Momente, in denen wir vielleicht sogar den Grundstein fürs Vorlesen und selbstlesen legen. Ich möchte Sie ermuntern: Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit für solche kleinen Knister-, Fühl- oder gar Geräusche-Bücher. Erzählen Sie Ihrem Baby immer mal eine kleine Geschichte, genießen Sie diese Zweisamkeit und freuen Sie sich schonmal auf alles, was an längeren Geschichten kommt. Denn (Vor-)Lesen ist auch für uns Eltern ein Stopp zum Durchatmen - wir können einmal aus dem Alltagsstress austreten, die Pause-Taste drücken und alle To-dos sein lassen. Und wir üben genau das, was unsere Babys und Kinder wunderbar können: den Moment zu genießen!

Hier können Sie Babybücher online entdecken.

Pappbilderbücher für die Kleinen
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Katze und Maus

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