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Erste Hilfe am Kind

von: MutterKutter MutterKutter

Dieses Thema schieben wir Eltern oft zu lange auf: den Besuch eines Erste Hilfe-Kurses! Dabei könnten laut unserer Expertin, der Kinderärztin Dr. Snježana-Maria Schütt, etwa zehn Prozent aller Todesfälle im Kindesalter verhindert werden, wenn rechtzeitig Erste Hilfe geleistet worden wäre! In unserem neuen Magazin-Artikel erfahren Sie, welche Vorteile Online-Kurse haben, wie Sie jetzt im Sommer einen Sonnenbrand Ihres Kindes verhindern können und was Sie unbedingt beim Baden beachten sollten.

Hand auf´s Herz! Wann haben Sie den letzten Erste-Hilfe-Kurs besucht? Wenn ich, Kerstin, diese Frage in meinen Geburtsvorbereitungskursen stelle, tritt in der Regel betretenes Schweigen ein. „Beim Führerschein…“ wird in den Bart gemurmelt, alternativ: „Als Schul-Sanitäterin!“ Ohne den belehrenden Zeigefinger erheben zu wollen, denn die Entscheidung für oder gegen einen Kurs zu treffen, sollte jedem selbst überlassen sein: Sinnvoll ist die Entscheidung dafür dennoch allemal. Gerade als Eltern kommen wir immer wieder in Situationen, die uns den Schweiß auf die Stirn treiben, wenn sich unsere Kinder z. B. verschlucken, Erbsen in die Nasen stecken oder verletzen. Die Erste Hilfe am Kind unterscheidet sich grundlegend von der Ersten Hilfe am Erwachsenen, deswegen sollte man sich nicht auf seine Kurs-Kenntnisse von der Führerschein-Prüfung verlassen.

Erste Hilfe: Das A und O ist die ständige Wiederholung


Das A und O bei der Ersten Hilfe ist die ständige Wiederholung. Es ist wie beim Tanzen lernen. Bevor man eine Tango-Folge perfekt übers Parkett schwofen kann, benötigt das Gehirn unzählige Wiederholungen. So lange benötigt übrigens auch eine Vokabel, bis sie sich final eingeprägt werden kann. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass der Stress im Ernstfall extrem hoch und immer mit immenser Angst besetzt ist. Ruhe bewahren und mit Bedacht im Ernstfall handeln – so lautet die Devise. Und das muss eben trainiert werden. Sehr hilfreich sind Kurse, die zu dieser Thematik besucht werden können. Ob als Online-Variante oder mit persönlicher Anwesenheit: Die Auswahl ist inzwischen groß. Wir haben uns für unseren Beitrag eine Expertin an Bord geholt, die sich auf Instagram als @die_kinderherztin deutschlandweit einen Namen gemacht hat. Dr. Snježana-Maria Schütt ist Spezialistin im Bereich Erste Hilfe für Kinder und bietet Online-Kurse an. Snjezi ist tatsächlich ein großer Fan der digitalen Variante, da die Eltern lange Zugriff auf die Kurs-Inhalte haben, so dass Wiederholungen tatsächlich regelmäßig machbar sind.


Die Kinderherztin sagt: Ich möchte mit meinem Fachwissen im Netz Eltern helfen!


Kinderherztin

Snjezi, wir haben uns über deinen Blog die-kinderherztin kennengelernt. Wie ist er entstanden und warum ist dir diese Arbeit so wichtig?

die-kinderherztin ist quasi mein Blog-Baby, in dem mein Herz für die Belange und die Gesundheit von Kindern schlägt. Die Idee zu einem Blog mit kindergesundheitlichen Inhalten ist mir schon vor vielen Jahren gekommen, da ich sowohl in meinem beruflichen, als auch im privaten Alltag festgestellt hatte, dass bei vielen Familien, auch nach dem Besuch beim Arzt, Fragen offen bleiben und dass sich viele Eltern auf der Suche nach Antworten im Netz informieren. Ich wollte somit einerseits diesem Informationsbedarf nachkommen und Eltern die Möglichkeit geben, die gewünschte Info jederzeit, z. B. nachts beim ersten Pseudokrupp-Anfall des Kindes, abzurufen und bei Bedarf auch noch einmal in Ruhe nachschlagen zu können. Gleichzeitig war und ist es mir ein Anliegen, mit fachlich-fundierten Beiträgen dazu beizutragen, Fehlinformationen im Netz zu reduzieren und Eltern in ihrer individuellen Entscheidungsfindung zu unterstützen. Mittlerweile ist mein Blog-Baby schon drei Jahre alt und wird durch den gleichnamigen Account auf Instagram ergänzt. In dieser Kombination ist er nun zu einem Vollzeitjob geworden, bei dem ich mit vielen tollen Menschen, wie z.B. mit dir und dem Mutterkutter-Team, zusammenarbeiten und wichtige Projekte umsetzen kann.

Eines dieser Projekte ist das Thema Erste Hilfe am Säugling und Kind. Warum ist die Kenntnis zur Erste Hilfe am Kind in deinen Augen so wichtig?

Vorweg möchte ich Eltern beruhigen und sagen, dass lebensbedrohliche Notfallsituationen bei Kindern glücklicherweise selten vorkommen. Allerdings zählen Unfälle immer noch zu den größten Gesundheitsrisiken im Kindesalter und ereignen sich zu einem großen Teil im häuslichen oder sozialen Umfeld des Kindes. Eltern und Betreuungspersonen sind also häufig die Ersthelfer vor Ort. Somit kann ihr Wissen und ihre Hilfe in einem solchen Fall den entscheidenden Unterschied machen und die Prognose des Kindes maßgeblich beeinflussen.


Etwa zehn Prozent aller Todesfälle könnten im Kindesalter verhindert werden, wenn rechtzeitig Erste Hilfe geleistet worden wäre!


Leider zeigt jedoch die Statistik, dass gerade bei Notfällen im Säuglings- und Kindesalter die Angst vor möglichen Fehlern so groß ist, dass lebensnotwendige Hilfsmaßnahmen entweder zu spät eingeleitet werden oder im schlimmsten Fall ganz unterbleiben. Dabei könnten etwa zehn Prozent aller Todesfälle im Kindesalter verhindert werden, wenn rechtzeitig Erste Hilfe geleistet worden wäre. Ich denke, diese Zahlen machen deutlich, warum Kenntnisse zur Ersten Hilfe so wichtig sind und warum ich Eltern ermutigen möchte, sich mit dem Thema zu beschäftigen.


Erste Hilfe-Kurs für Babys & Kinder: „Machen Sie am besten gleich einen Termin vor Ort aus!“


Wer sollte denn in deinen Augen einen Erste Hilfe-Kurs für Babys und Kinder machen und wann ist der beste Zeitpunkt dafür?

Alle Eltern, Großeltern und Personen, die das Kind betreuen oder Zeit mit ihm verbringen, sollten in meinen Augen einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder machen. Zumindest dann, wenn sie noch nie einen solchen Kurs gemacht haben oder auch dann, wenn sie zwar einen absolviert haben, sich an die Inhalte jedoch nicht mehr erinnern können bzw. sich unsicher fühlen. Und was den Zeitpunkt anbelangt: Am besten dann, wenn man darüber nachdenkt. Viele Eltern haben den Besuch eines solchen Kurses erfahrungsgemäß auf ihrer To-do-Liste. Aber wir alle kennen die vielen Termine und Herausforderungen des Alltags, die dazu führen, dass einige wichtige Punkte im Laufe der Zeit nach unten rutschen oder vergessen werden. Somit mein Tipp: Machen Sie am besten gleich einen Termin vor Ort aus oder besorgen Sie sich einen entsprechenden Zugang zu einem Online-Kurs.


Mit unserem Online-Erste Hilfe-Kurs möchten wir einen einfacheren Zugang zu dem Thema schaffen.


Was sind die Unterschiede zwischen einem Präsenz- und einem Online-Kurs?

In einem Präsenz-Kurs hat man neben dem direkten Austausch mit den Kursleiter*innen die Möglichkeit, die Reanimation mit Hilfe einer Reanimations-Puppe zu üben. Die Kurse sind also eine gute Möglichkeit, um die Abläufe vor Ort zu üben und praktisch umzusetzen. Leider zeigt sich im Alltag jedoch, dass der Besuch eines Präsenz-Kurses mit einigen Hürden verbunden ist. Neben pandemiebedingten Einschränkungen sind es vor allem zeitliche Aspekte oder die Tatsache, dass (z. B. wegen der fehlenden Betreuungsmöglichkeit für das Kind) nur ein Elternteil hingehen kann. Bei der Weitergabe der wichtigen Informationen an die Partner*in oder die Großeltern gehen mitunter wichtige Inhalte verloren oder werden mit der Zeit vergessen. Um diese Hürden zu umgehen, hat das Team von Erste-Hilfe-Rettet-Leben, zusammen mit einem weiteren Kinderarzt und mir, einen umfassenden Online-Kurs zur Erste-Hilfe am Säugling und Kind entwickelt.

Was sind denn die Inhalte des Kurses?

In unserem Kurs haben wir großen Wert darauf gelegt, die wichtigsten Inhalte zu allen relevanten Themen aufzugreifen und diese übersichtlich und leicht verständlich zu vermitteln


Das sind wichtige Themen für die Erste Hilfe!

In den verschiedenen Modulen des Kurses gehen wir natürlich auf die wichtigsten und häufigsten Notfälle im Säuglings- und Kindesalter ein und geben entsprechend der aktuellen Leitlinien, wichtige Handlungsempfehlungen bzw. zeigen die dazugehörigen Handgriffe. Daneben gehen wir aber auch auf akute Erkrankungen im Säuglingsalter oder die Versorgung kleinerer Wunden ein. Denn diese sind viel häufiger als die lebensgefährlichen Ereignisse und können ebenfalls zu einer großen Sorge bei den betroffenen Familien führen. Die Themen Fieberkrampf oder Pseudokruppanfall sind somit ebenso Themen unseres Kurses, wie der wichtige Teil der Unfallprävention. Denn viele Unfälle im Säuglingsalter können, mit dem entsprechenden Wissen und mit meist geringem Aufwand, effektiv verhindert werden.

Hast du spezielle Sommer-Tipps für einen möglichst unbeschwerten Alltag mit unseren Kindern?

Im Sommer ist mir neben dem Sonnenschutz der empfindlichen Kinderhaut vor allem auch das Thema Sicherheit am Wasser wichtig.

Gefahr Sonnenbrand bei Kindern: Darauf sollten Sie bitte achten!

Sonnenschutz: Leider gibt es in jedem Sommer viel zu viele Kinder, die einen Sonnenbrand erleiden und somit nicht nur akut unter Schmerzen leiden, sondern dadurch langfristig auch ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung bösartiger Hauttumore, also Hautkrebs haben.

Mein Tipp: Auf textilen Sonnenschutz achten: Am besten Kleidung mit speziellem UV-Schutz verwenden. Im Schatten aufhalten und direkte Sonneneinstrahlung sowie Mittagshitze (12-16 Uhr) meiden. Und eine geeignete Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) benutzen. Hier ist neben dem LSF vor allem regelmäßiges Nachcremen und eine ausreichend große Menge wichtig. Leider wird meist zu wenig Sonnencreme verwendet bzw. bestimmte Körperregionen ausgelassen. Als grobe Faustregel gilt bei Erwachsenen: Für jede Körperregion, also Kopf mit Hals/Nacken, Brustkorb, Bauch, Arm und Bein: Je einen Strang Sonnenschutzcreme in der Länge der ganzen Hand (Fingerspitze des Mittelfingers bis zum Handgelenk) verwenden. Bei Kleinkindern gilt für den Kopf-Hals-Bereich die doppelte Menge! Nach einem Sommerurlaub dürfte somit nicht mehr viel von der Sonnencreme übrig bleiben.


Sicherheit im und am Wasser: diese Regeln gelten für Kinder!


Sicherheit am und im Wasser: Dieses Thema liegt mir ganz besonders am Herzen, denn jedes Jahr ereignen sich dramatische Ertrinkungsunfälle. Das Tragische ist, dass Kinder sogar in unmittelbarer Nähe von Erwachsenen ertrinken können. Das liegt u.a. daran, dass die meisten Menschen davon ausgehen, dass man es hören und gut erkennen könnte, wenn jemand ertrinkt. Aufgrund der Überlebensinstinkte ist dies jedoch nicht der Fall und gerade Kinder ertrinken typischerweise leise. Das heißt, sie gehen im Wasser „einfach“ unter. Sie schreien nicht um Hilfe, sie rudern nicht mit den Armen, sondern versinken im Wasser und können sich aus eigener Kraft nicht retten. Umstehende Personen erkennen daher in einer solchen Situation den Ernst der Lage nicht bzw. oftmals erst zu spät. Mir ist der Hinweis daher besonders wichtig, Kinder konsequent im Auge zu behalten, wenn sie sich in der Nähe von Gewässern aufhalten oder im Wasser sind. Wichtig ist dabei nicht nur der Blickkontakt, ohne Ablenkung durch das Handy, sondern auch, dass man in Reichweite des Kindes bleiben sollte, um im Notfall schnell eingreifen zu können. All dies sind übrigens auch Themen unseres Kurses.

Wo finde ich euren Kurs und was kostet er?

Wer nun die Gelegenheit nutzen und den Online Erste Hilfe Kurs am Säugling und Kind machen möchte, findet ihn auf der Webseite: erste-hilfe-rettet-leben.de. Der Kurs kostet aktuell 89 Euro und bietet neben einem lebenslangen Zugriff auf sämtliche Kursinhalte, die Möglichkeit, alle Inhalte mit der gesamten Familie anzuschauen und beliebig oft zu wiederholen. Einige Krankenkassen übernehmen übrigens nach erfolgreicher Kurs-Teilnahme und auf Nachfrage einen Teil der Kursgebühren.


Dad

Dorothee Dahinden, Mutter und Expertin von MutterKutter (© Anne Seliger)


Erste Hilfe-Kurs für Kinder: Ich konnte meinem Baby helfen!


Ich, Doro, fühle mich durch diese Ermahnung ziemlich ertappt. Ich kenne den Spagat zwischen „Mist, ich müsste endlich mal wieder einen Erste-Hilfe-Kurs machen“ und „Oh, ist der nun echt schon wieder 15 Jahre her?! Mist!“. Meinen ersten Kurs habe ich mit dem Führerschein gemacht, den zweiten dann wiederum in meiner ersten Schwangerschaft. Und die Teilnahme war mir extrem wichtig – ich habe bei dem Gedanken, dass ich im Notfall mit Baby nicht wüsste, was zu tun ist, Panik bekommen! Dieses To-do stand weit oben auf meiner Liste – daran führte kein Weg vorbei. Ich muss aber auch zugeben: Die 4,5 Kurs-Stunden habe ich damals schon ein bisschen „abgesessen“. Mein Bauch war kugelrund, die Stühle total unbequem und ich hatte dazu akut auch noch so gar keine Lust, mich mit Fremden zu unterhalten oder gemeinsam an einer Puppe Erste Hilfe zu leisten. Im Nachgang schüttele ich – jetzt beim Schreiben – den Kopf über meine Einstellung. Denn ehrlich: Dieser Kurs hat mir in einer akuten Situation sehr geholfen: Ich saß mit meiner Tochter, zwei Freundinnen und ihren Babys bei uns im Wohnzimmer. Unsere Kinder waren ungefähr ein dreiviertel Jahr alt. Meine Tochter hatte ein Stück Brötchen in der Hand, das es genüsslich lutschte. Doch dann plötzlich: schweres Atmen, röcheln. Ohne groß nachzudenken habe ich den Handgriff angewandt, der mir bei Verschlucken in dem Erste-Hilfe-Kurs gezeigt wurde. Und zack: Das Stück Brötchen flog daraufhin in hohem Bogen auf unseren Wohnzimmerboden. Meine Freundinnen kommentierten nur trocken mit: Super Reaktion, Doro! Mehr gab es auch nicht zu sagen. PUH! Die Stunden im Erste Hilfe-Kurs waren also super investiert – auch wenn draußen die Sonne schien und mein Ischiasnerv danach brannte. Damals gab es die Option eines Online-Kurses in der Form nicht – zumindest erinnere ich mich an kein Angebot. Und genau deshalb kann ich jetzt nur sagen: Eine meiner nächsten Amtshandlungen wird ein weiterer Erste Hilfe-Kurs sein. Vermutlich online, erscheint mir gerade bequemer! Ich möchte weiterhin schnell handeln können und mir im Zweifel keine Vorwürfe machen müssen! Denn, wie gesagt: Ständige Wiederholungen sind wichtig. Und meine sind schon wieder zu lange her!

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